Unabhängig und schön wild

Jun 19, 2018

Schottland berührt die Seele

Wenn ich nur ein Wort für unsere Schottlandreise wählen dürfte, wäre das "eindrucksvoll". Denn genau das ist dieses Land.

Schottland berührt die Seele

Wenn ich nur ein Wort für unsere Schottlandreise wählen dürfte, wäre das „eindrucksvoll“. Denn genau das ist dieses Land.

Eindrucksvoll.

Wenn ich nur ein Wort für unsere Schottlandreise wählen dürfte, dann wäre es „eindrucksvoll“. Denn genau das waren sie, diese drei Wochen: randvoll mit Eindrücken. Und zwar so vielen, dass ich sie in einem einzigen Blogbeitrag gar nicht unterbringen kann. Schottland berührt die Seele und hinterlässt Spuren.

Was mich am meisten beeindruckt hat?

Selbstverständlich die grandiose Landschaft, aber das war ja zu erwarten …
Am berührendsten war die Achtsamkeit und Freundlichkeit der Menschen, am überraschendsten das wunderbare Essen und am nervigsten die Schlaglöcher auf den Straßen …

Drei Wochen im wilden Westen

Entlang der zerklüfteten Westküste Schottlands und auf Inseln der Inneren Hebriden führte unsere Route. Ziemlich langsam ging es voran im Wohnmobil auf engen Straßen. Mehr als 150 Meilen am Tag haben wir selten zurückgelegt. Das ist ungefähr die Distanz von München nach Stuttgart, aber eben ohne Autobahn (und ohne Stau!). Fast jeden Tag waren wir an einem anderen Ort. Und fast jeder Ort war auf seine besondere Art bezaubernd.

Ein Land, wie aus einer anderen Zeit

An manch einsamer Stelle, an der wir gerastet haben, hätte Christopher Lambert als Highlander oder Mel Gibson als Braveheart um die Ecke kommen können. Ich hätte mich nicht gewundert.  Und wirklich aufgefallen wäre es wahrscheinlich auch nicht. Sie hätten gut in die Landschaft gepasst, diese wilde, diese ursprüngliche Landschaft. Nichts als Berge, Täler, unendlich viel Wasser und wilde Küste. Dort, wo keine Schafe weiden und die Vegetation im Zaum halten, sprießt sie üppig. Die Wälder sind voll uralter, knorriger Eichen und Buchen, die sicherlich lange Geschichten aus einer anderen Zeit erzählen könnten. Weiter oben, in den Highlands wird es karger. Farne lösen die Wälder ab, verwitterte Felsen stehen trutzig gen Himmel wie die Burgen des Landes. Je weiter wir nach Norden kommen, desto weniger Menschen treffen wir unterwegs. In Schottland leben im Durchschnitt nur 64 Einwohner pro Quadratkilometer …

Gegensätze ziehen sich hier an. Steile Berghänge küssen das Meer, sanfte Hügel säumen saftige Täler. Mr. Still Sparkling sagt, er fühle sich, als ob er durch jemandens Garten fährt, wenn der Rhododendron rechts und links der Straße wuchert und in prächtigen Farben blüht. Ich mag diese Abwechslung sehr. Von karg zu üppig, vom Felsen zum Strand. Und immer eine Wohltat für das Auge.

Schottland

Seelenverwandtschaft

Man sagt ja, die Landschaft prägt die Menschen, die dort leben. Schottlands ungebrochener Freiheitsdrang ist legendär. Wenn man dieses Land betrachtet, weiß man, warum. Um so überraschender ist die unglaublich freundliche Art der Menschen hier. Immer hilfsbereit, immer für ein Schwätzchen aufgelegt, nie abweisend. Es ist eine Wohltat für die Seele in einer Zeit, wo der achtsame Umgang mit dem Anderen leider zu oft den eigenen Bedürfnissen und Vorteilen geopfert wird.

Wir wurden zum Beispiel nie angehupt, wenn wir mit unserem Wohnmobil langsamer als der normale Verkehr vorankamen. Immer waren die Taxifahrer, die uns vom Campingplatz ins Dorf brachten zu einem Schwätzchen aufgelegt. Es ist einfach, mit den Menschen ins Gespräch zu kommen, sie nehmen sich Zeit. Mein Mann kam in Perth auf einer Bank in der Fußgängerzone mit einem Einheimischen ins Gespräch, während ich bei GAP beim Shoppen war. Er fragte ihn nach einem Zigarrenladen und bekam selbstverständlich Auskunft, dann verabschiedete sich der Schotte … nur um Minuten später zurückzukommen und zu sagen, er habe sich geirrt, der Zigarrenladen wäre in der anderen Richtung.

Schottland

Seafood und Whisky

Vor dem Essen in Schottland hatten wir ehrlich gesagt ein wenig Bedenken. Immerhin wurde hier das frittierte Snickers erfunden … Wir waren also auf eine Reise mit fragwürdigen kulinarischen Genüssen eingestellt. Aber, wie so oft im Leben sollte es anders kommen. Wir haben uns schier nicht satt essen können an dem wunderbaren Seafood, das es überall entlang der Küste und auf den Inseln gab. Zugegen, wir haben vorab ein bisschen recherchiert und den Guide Michelin zu Rate gezogen. Und siehe da, selbst die Fish’n Chips, die wir bei Mhor Fish in Callander bekamen waren großes Kino. Und zum Abschluss in Edinburgh gab es ein wunderbares Sterne-Menü bei 21212 Paul Kitching. Jetzt heißt es erst einmal wieder ein bisschen auf die Bremse treten, denn so viel Gutes hinterlässt seine Spuren …

Whiskytasting bei Ardbeg

Eines der unbestrittenen Highlights dieser Reise war das Whiskytasting bei Ardbeg auf der Isle of Islay. Auch wer keinen Whisky mag, wäre hier beeindruckt. Unsere dreistündige Führung wurde von Emma mit viel Enthusiasmus durchgeführt. Ich liebe Menschen die für ihren Job brennen und eine Story zu erzählen haben. Es ist ein spannendes Thema, über das ich gesondert noch berichten werde. Dass Whisky schon lange ein Lifestyle Getränk geworden ist, zeigt auch, dass Ardbeg zu LVMH gehört, einem der führenden Luxuskonzerne weltweit.

Mein Fazit

Schottland ist mehr als eine Reise wert. Edinburgh hat immer viel zu bieten mit seiner fast mystischen Stimmung. Aber der Aufwand einer Rundreise in den wilden Nordwesten lohnt sich absolut. Egal ob mit dem Wohnmobil, wie wir oder mit dem Auto und per B & B Übernachtungen.

Meine Seele ist aufgetankt, mein „Ich liebe Landschaft“-Konto aufgefüllt. Und ich werde versuchen, ein bisschen von der Freundlichkeit und der Achtsamkeit der Schotten mit in meinen Alltag zu nehmen. Denn Schottland berührt die Seele.

Unsere Reise in Zahlen

2.000 Kilometer gefahren
Geschätzte 70 Kilo Gepäck (unser „Handgepäck“ wurde Gott sei Dank nicht gewogen) mitgeschleppt
1. 864 Fotos (die Handy-Bilder nicht mitgezählt) gemacht
9 Flaschen Whisky für zuhause gekauft
8 mal Fish’n Chips gegessen
1 Flasche Anti-Brumm versprüht (die Migets sind gnadenlos)
Mehr als 250 Stunden Sonne genossen
Weniger als 8 Stunden Regen gehabt
1.000 wunderbare Erinnerungen mitgenommen

Mehr Details über unsere Reiseroute und Tipps zu Locations und Lokalen gibt es demnächst.

Seid gut zu Euch!

Eure Martina

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