Namibia Rundreise – Reisebericht Teil 1

Mrz 1, 2017

Ein Roadtrip mit Driverguide

Ein Roadtrip mit Driverguide

Meinen Traum von Afrika träume ich, seit ich als Kind Daktari gesehen habe. Leben mitten in der Natur, umgeben von exotischen Geräuschen, Gerüchen und Tieren. Das hat schon damals meine Fantasie beflügelt und meine Sehnsucht nach diesem freien Leben geweckt. Jetzt wurde diese Sehnsucht gestillt. Wir waren in Namibia, Heimat der ältesten Wüste der Welt. Mein Traum von Afrika ist wahr geworden.

Martina Klein

Soviel vorweg: Es war fantastisch! Selten in meinem Leben habe ich mich so bei mir selbst, so frei und so lebendig gefühlt, wie auf dieser Reise. Sollte mich jemand fragen, ob ich für sechs Monate auf einer der Lodges arbeiten möchte, ich brauche nur zehn Minuten zum Kofferpacken!

Der erste Teil meines Reiseberichts führt Dich in Namibias Wüsten, die Kalahari und die Namib.

Von München fliegen wir mit South African Airways nach Johannesburg, von dort geht es weiter nach Windhoek, der Hauptstadt von Namibia. Am liebsten würde ich mich auf die Tragfläche setzen, um ja nichts von der Landschaft zu verpassen, die sich unter uns ausgebreitet.

Die Stadt selbst reißt mich nicht vom Hocker. Unsere Unterkunft in Windhoek ist das imposante Hotel Heinitzburg (www.heinitzburg.com), ein Juwel aus der Kolonialzeit. Nach einer angenehmen Nacht beginnt unser Abenteuer am nächsten Morgen.

In Namibia gilt Linksverkehr – wir haben die Lösung für dieses Problem

Für unsere zwei Wochen Rundreise in Nambia haben wir uns für einen Driver-Guide entschieden, einem Reiseleiter, der zugleich Fahrer ist. So können wir uns voll und ganz auf die Eindrücke rund um uns konzentrieren und müssen uns nicht mit dem Linksverkehr rumschlagen. Unser Guide heißt Götz Vahle, ein Deutscher, der als zehnjähriger nach Namibia kam.

Für die nächsten zwei Wochen haben wir einen angenehmen, eloquenten und belesenen Begleiter an unserer Seite. Ich hätte Jahre gebraucht, mir all dieses Wissen anzulesen – und wie immer gilt: Nur der Wissende kann sehen! Unterwegs sind wir in einem Toyota Hillux. Dieser ist ein echtes Arbeitstier, das ausreichend Platz für uns drei und das Gepäck bietet. Die Klimaanlage funktioniert hervorragend und macht auch längere Strecken angenehm.

Reiseroute Namibia Rundreise Martina Klein Still SparklingDie erste Etappe führt uns über den Wendekreis des Steinbocks in die Kalahari. Der typische rote Sand leuchtet uns von weitem entgegen. Mein Herz hüpft – Afrika! Die Bagatelle Kalahari Game Ranch (www.bagatelle-kalahari-gameranch.com) liegt am südlichen Rand der Kalahari und ist für zwei Nächte unsere Unterkunft. In den nächsten zwei Wochen werden wir fast jede Nacht in einer anderen Lodge schlafen, deshalb bin ich schon sehr gespannt, was mich erwartet.

Als erstes begrüßt uns ein zahmer Springbock, über dessen spitze Hörner zur Sicherheit Gartenschläuche gestülpt sind. Alles hier ist angenehm lässig und gemütlich – vom Interieur bis zu unseren Gastgebern. Wir buchen unsere Aktivitäten für die nächsten zwei Tage gleich hier in der Lobby und beziehen unseren Bungalow auf einer Sanddüne.

Von unserem Badezimmer aus haben wir Blick auf ein Wasserloch. Der Gedanke, in dieser trockenen Gegend ein Vollbad zu nehmen erscheint mir verschwenderisch. Allerdings entdecke ich später, dass es hier sogar einen Pool gibt. Unglaublich!

Hütte in der Bagatelle Game Reserve Lodge

Badezimmer mit Aussicht

Swimmingpool in der Wüste

Magic Moments in Namibia – roter Sand und wilder Galopp

Januar und Februar sind nicht die Hauptreisemonate in Namibia. Es ist der Beginn der Regenzeit. Die beste Reisezeit für einen Urlaub in Namibia ist die Trockenzeit, weil dort die meisten Tiere an den Wasserlöchern zu beobachten sind. Uns beschert die beginnende Regenzeit ein unvergessliches Spektakel: Gewitter in der Kalahari. Im wilden Galopp reite ich mit einer Gruppe über die roten Dünen. Der Wind weht uns ins Gesicht, der Himmel ist blau-schwarz und über der Wüste gehen die ersten Blitze runter. Kurz bevor der Regen uns völlig durchnässt hat kommen wir zurück zur Ranch. Ich bin berauscht von den Endorphinen in meinem Blut!

Gewitterstimmung über der Kalahari

Zum Umziehen bleibt keine Zeit, Aperitif auf der Terrasse, danach gibt es ein Barbecue-Buffet. Es ist der Geburtstag meines Mannes. Statt mit dem kleinen Schwarzen und schickem Styling sitze ich in sandigen Reitklamotten und ungeschminkt am Tisch – und strahle glücklich! Das Essen schmeckt hervorragend, der Duft des Holzfeuers liegt in der Luft. Nicht zum letzten Mal auf dieser Reise frage ich mich, wie es mitten im Nichts gelingt, jeden Abend ein Drei-Gänge-Menü zu zaubern.

Spaziergang mit den Ureinwohnern Namibias und meine erste Giraffe

Wir schlafen gut und frühstücken kurz nach Sonnenaufgang. Um sieben Uhr morgens sind die Temperaturen noch angenehm. Wir machen einen Bushwalk mit den San, den Ureinwohnern der Kalahari. Natürlich ist das Show für die Touris, hier lebt kein Buschmann mehr in traditionellen Dorfgemeinschaften. Aber interessant ist es doch. Im richtigen Leben kümmern sich diese beiden Jungs um die Tiere auf der Ranch.

Jahrtausende lang haben diese Menschen als Sammler und Jäger im Einklang mit der Natur gelebt. Sie sind nicht auf die Idee gekommen nach Bodenschätzen zu graben, Ackerbau oder Massentierhaltung zu betreiben. Da gehen mir als verpimpeltem Zivilisationsweibchen schon ein paar Gedanken durch den Kopf …

Buschmänner in der Kalahari

Viel Zeit zum Grübeln bleibt nicht. Das nächste Highlight steht bereits auf dem Plan. Gamedrive im offenen Jeep. Der erste von vielen auf dieser Reise. Aber wie das eben so ist mit der Magie des ersten Mal. Als ich eine Giraffe sehe, falle ich fast aus dem Jeep. Spätestens jetzt weiß ich, dass ich in Afrika bin.

Giraffe in der Kalahari Wüste, Geier kreisen über der Kalahari

Die langanhaltende Trockenzeit hat ihre Spuren hinterlassen. Überall im verdorrten Steppengras sehen wir Kadaver. Es ist ein Fest für die Geier.

Zum Abschluss der Jeepsafari besuchen wir noch ein Geparden-Gehege und sehen bei der Fütterung zu. Diese Raubkatzen sind ein Inbegriff an Eleganz und in freier Wildbahn leider vom Aussterben bedroht.

Gepard im Gehege der Lodge

Sonnenaufgang in der ältesten Wüste der Welt

Die Namib, Ziel unserer nächsten Etappe ist die älteste Wüste der Welt. Ihre Dünen entstanden vor ca. fünf Millionen Jahren. Wir übernachten in der Sossus Dune Lodge (www.nwr.com.na/resorts/sossus-dune-lodge) mitten im Namib-Naukluft-Park. Die Lodge wird im Gegensatz zu den anderen Lodges auf unserer Reise staatlich geführt, was spürbaren Einfluss auf die Servicequalität hat. Sie hat aber einen entscheidenden Vorteil: Sie ist die einzige Lodge in dieser Gegend, die IM Nationalpark liegt. Wer den Sonnenaufgang auf einer Düne erleben möchte, übernachtet hier. Gäste der anderen (luxuriöseren) Lodges in der Gegend kommen erst um sechs Uhr morgens durch die Tore des Parks. Zu spät für den Sonnenaufgang.

Abendstimmung über den Hütten der Sossus Dune Lodge in Namibia

Aussicht und Zimmer in der Sossus Dune Lodge in Namibia

Wir stehen um 3.45 Uhr auf, frühstücken um 4.30 Uhr und machen uns um kurz vor 5 Uhr auf den Weg in die Wüste. Der Anblick der Dünen verschlägt mir die Sprache und treibt mir den letzten Rest Müdigkeit aus den Gliedern. Irgendwann wurden diese ziemlich stabilen Dünen nummeriert. Um rechtzeitig oben auf Düne 45 zu sitzen, müssen wir jetzt doch einen Spurt hinlegen. Gott sei Dank gehen wir regelmäßig in die Berge. Aber 80 Höhenmeter fühlen sich hier doppelt so schwer an, weil ich im fließenden Sand jeden Schritt zweimal machen muss. Geschafft! Der Gott der Fotografen belohnt uns mit einem grandiosen Schauspiel. Die Wolken zaubern wunderbar zarte Farben an den Himmel. Ich bin seelig. Das hier fühlt sich an, wie der erste Tag der Welt.

Sonnenaufgang in der Namib Wüste

Sonnenaufgang auf Düne 45 in der Namib Wüste

Auch hier oben auf der Düne zahlt sich aus, dass wir nicht zur Hauptreisezeit unterwegs sind: Es sitzen ca. zwanzig andere Enthusiasten neben uns. Ich möchte nicht wissen, was hier im Oktober/November los ist.

 

Dalì und die toten Bäume

Nach dem Abstieg von Düne 45 picknicken wir im (dringend notwendigen) Schatten von Akazienbäumen, danach marschiere ich tapfer durch die glühende Hitze eine halbe Stunde lang Richtung Deadsvlei. Das Deadsvlei ist eine Salzpfanne, deren toter Baumbestand aussieht, als sei man in einem Dalì Gemälde gelandet. Wahrscheinlich ist es eins der meistfotografierten Motive Namibias. Egal, ich drücke fleißig den Auslöser. Wenn es nicht so heiß wäre, könnte ich den ganzen Tag hier bleiben und den Schatten der Bäume beim Wandern zusehen, denn das Licht und die Farben sind unglaublich.

Tote Bäume im Deadsvlei in Namibia

Tote Bäume im Deadsvlei in Namibia

Die Dünen verändern sich mit dem Wind, aber die Wüste bleibt dieselbe.

(Der Alchimist von Paulo Coelho)

 

Dieser Ort ist unbeschreiblich schön. Unendlich viele Sandkörner bilden ein Meer aus Licht und Schatten. Die wiederkehrenden Farben und Formen wirken auf mich beruhigen, aber die Hitze hat es in sich. Nach sechs Stunden steigen wir wieder in unseren klimatisierten Jeep und fahren zurück in die Lodge, wo wir den Nachmittag nutzen, um nach der kurzen Nacht ein paar Stunden Schlaf nachzuholen.

Die nächste Etappe unserer Reise wird uns Namibia von einer anderen Seite zeigen. Morgen brechen wir auf Richtung Swakopmund und Walvisbay. Mehr dazu in Teil 2 meines Reiseberichts.

Bis hierher haben mir meine Helfer in der Gluthitze der beiden Wüsten gute Dienste geleistet:

Ein leichter, faltbarer Sonnenhut ist ein absolutes Muss! Meiner ist von Stetson. Ich habe ihn bei Globetrotter in München erstanden, genauso wie das Schlauchtuch von Buff, das dafür sorgt, dass ich im Hals- und Nackenbereich nicht schwitze. Ohne den richtigen Sonnenschutz mache ich keinen Schritt vor die Tür. Meine Wahl ist auf eine 50 + Creme von LaRoche Possay gefallen. Die Konsistenz ist sehr angenehm. Zwischendurch erfrische ich mich mit einem Eau de Cologne. Von 4711 gibt es die Serie Acqua Colonia in verschiedenen Duftrichtungen. Mir gefällt das würzige Mandarine Kardamom.

Die Temperaturen in Namibia waren bisher hoch (über 40 Grad in der Wüste), aber die Luft ist trocken. Ich vertrage diese Bedingungen gut. Mal sehe, wie es weitergeht.

In Teil 2 meines Reiseberichts geht es weiter nach Swakopmund und Walvisbay.

Unsere Afrika Reise wurde geplant von Afrika Royal Tours in München (www.africa-royal-tours.de).

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