Das Ende der Gastfreundschaft und selbstgemachtes Kartoffelbrot

Mai 30, 2017

Jeden Tag kannst Du es erleben. Das „besser, höher, schneller“ ist schon lange in die Küchen der Nation eingezogen. Unzählige Kochsendungen auf allen Kanälen suggerieren uns: ein gutes, mit Liebe gekochtes Essen reicht nicht mehr, es muss schon exotisch oder zumindest hervorragend sein, um in den Augen der Gäste bestehen zu können. Jedenfalls empfinde ich das […]

Jeden Tag kannst Du es erleben. Das „besser, höher, schneller“ ist schon lange in die Küchen der Nation eingezogen. Unzählige Kochsendungen auf allen Kanälen suggerieren uns: ein gutes, mit Liebe gekochtes Essen reicht nicht mehr, es muss schon exotisch oder zumindest hervorragend sein, um in den Augen der Gäste bestehen zu können. Jedenfalls empfinde ich das […]

Jeden Tag kannst Du es erleben. Das „besser, höher, schneller“ ist schon lange in die Küchen der Nation eingezogen. Unzählige Kochsendungen auf allen Kanälen suggerieren uns: ein gutes, mit Liebe gekochtes Essen reicht nicht mehr, es muss schon exotisch oder zumindest hervorragend sein, um in den Augen der Gäste bestehen zu können. Jedenfalls empfinde ich das so. Und noch etwas fällt mir seit geraumer Zeit auf. Spontane Einladungen, Treffen mit Freunden einfach so, ohne große Vorbereitung und Tam Tam finden nicht mehr so häufig wie früher statt. Vielleicht besteht ja zwischen dem Kochwahn und dem Ende der Gastfreundschaft ein Zusammenhang?

Würstel und Kartoffelsalat

Geht es Dir auch so? Du willst Deine Freunde zu einem Grillabend einladen und dann zuckt Dir dieser Gedanke durch den Kopf, dass Würstel und Kartoffelsalat einfach zu banal sind. Was sollen denn Deine Gäste denken! Ja was wohl? Schön, dass wir uns hier so unkompliziert versammeln und einen netten Abend miteinander verbringen! DAS werden sie denken. Ich jedenfalls habe beschlossen, mich dem Wettrüsten in der Küche in Zukunft zu verweigern. Natürlich möchte ich neue Rezepte ausprobieren und auch mal was Exotisches kochen. Aber ich habe keine Lust mehr, drei Tage in der Küche zu stehen, wenn ich zu einem Abendessen eingeladen habe – nur weil xy neulich doch so ein tolles Gericht auf den Tisch gebracht hat, das es zu übertreffen gilt.

Hallo Leute, worum geht es eigentlich? Es geht um ein gemeinsames Essen, um den Austausch mit dem anderen und um eine gute Zeit. Aber irgendwie leben wir in spätrömischen Verhältnissen und es müssen unbedingt Nachtigallzungen auf den Tisch kommen. Ich plädiere für Entspannung, einen guten Kartoffelsalat und knackige Würstel!

Selbstgebackenes Kartoffelbrot

Und wer es dann doch nicht lassen kann, etwas besonderes auf den Tisch zu bringen – hier ist ein Rezept für selbstgebackenes Kartoffelbrot. Es hat eine herrliche Kruste, ist wesentlich gesünder als Weißmehl-Baguette und erstaunlich einfach in der Zubereitung. Brot selbst zu backen hat etwas Archaisches, finde ich. Back to basics!

Rezept Kartoffelbrot

Zutaten für das Kartoffelbrot

500 g mehligkochende Kartoffeln
Salz
1 Würfel Hefe (42g)
500 g Mehl
1 EL neutrales Öl (z.B. Rapsöl)

Zubereitung Kartoffelbrot

  1. Kartoffeln waschen und in wenig Salzwasser zugedeckt bei mittlerer Hitze in ca. 30 Minuten weich kochen
  2. Abgießen und dabei das Kochwasser auffangen
  3. Kartoffeln schälen, abkühlen lassen
  4. Kartoffel grob raspeln oder durchpressen
  5. Den Ofen auf 50 Grad vorheizen, ein Backblech mit Backpapier auslegen
  6. Hefe in 200 ml handwarmen Kartoffelkochwasser auflösen
  7. Kartoffelraspel mit Mehl, 2 TL Salz und 1 EL Öl zur aufgelösten Hefe geben
  8. Alles mit dem Knethaken des Handrührgeräts zu einem glatten Teig kneten
  9. Aus dem Teig mit angefeuchten Händen einen Laib formen und auf das Blech setzen
  10. Den Laib im Ofen bei 50 Grad ca. 30 Minuten gehen lasen
  11. Dann den Ofen auf 200 Grad schalten und das Brot darin ca. 50 Minuten backen, bis es eine feste Kruste hat und leicht braun ist

Das Rezept als PDF zum Downloaden findest Du hier.

Ich wünsche Dir guten Appetit in einer fröhlichen und entspannten Runde!

Du möchtest mehr basische Rezepte ausprobieren? Dann ist vielleicht dieser Zander im Gemüsebett genau das richtige.

 

 

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